Eine kleine Waldviertelrundreise

von Emma Lauter

Unser BC Waldviertel ist 30. In normalen Zeiten ein Grund ein Bridgeturnier zu veranstalten, Rück- und Vorschau zu halten und vor allem gemeinsam zu feiern. In Corona-Zeiten alles nicht möglich. Aber den runden Geburtstag einfach so vorbei gehen lassen, das geht auch nicht. Was könnte man machen? Wäre schön, wenn wir uns alle einmal wiedersehen könnten. Diese Gedanken spuken in meinem Kopf. Irgendwann kommt dann die Idee mit dem Poster. Dank Werner habe ich in den letzten Jahren fast alle Mitglieder fotografiert. Christoph und Christian finde ich im Internet. Gaby schickt mir eins per Handy und Andy und Veronika schneide ich aus alten Fotos aus. Jetzt noch Margit unsere Präsidentin fragen, was sie von der Idee hält (sie findet sie gut und erhält dafür das erste Poster) und Peter bitten, ob er mich durch das Waldviertel chauffiert. Er ist dabei und stellt auch gleich die Reiseroute (wenn ihr sie sehen wollt, auf Reiseroute klicken) zusammen. 

Frisch getestet geht es um 9.00 Uhr los. Erste Station ist Susi in Kurzschwarza. Sie erkennt mich nur, weil Peter dabei ist, dann ist sie aber sehr angetan. Danach geht es nach Kirchberg. Elisabeth ist nicht zu Hause, ebenso Katharina in Windhof. Bei Maria in Waldenstein haben wir mehr Glück. Sie freut sich mich zu sehen, erzählt aber, dass sie überlegt aus dem BC auszutreten. Weiter geht es nach Nondorf zu den Poppies, nicht zu Hause, und Eveline in Hoheneich, niemand macht auf. Außerdem regnet es mittlerweile ganz schön. Jetzt bin ich schon ein bisschen frustriert, war es vielleicht doch eine blöde Idee?

Dann kommen wir nach Gmünd. Petra ist da, freut sich und wir plaudern ein bisschen über die Probleme in der Gastronomie. Helga ist nicht zu Hause, aber Ingrid ist da. Strahlt mich an und lädt uns auf einen Kaffee ein. Auch Lee ist zu Hause, wir reden über alte Bridgezeiten und blättern sogar im Fotobuch zum 20. Geburtstag des Bridgeclubs. Zwischendurch ruft Eveline an und bedauert, dass sie zu spät zur Tür gekommen ist. Sie hat telefoniert und dann waren wir schon wieder weg. Ihr winken vom Fenster haben wir nicht bemerkt.

Gaby hat heute Dienst im Spital und wir treffen sie dort vor dem Eingang. Auch sie scheint angenehm überrascht. Weiter geht es nach Weitra. Mit Sieglinde plaudern wir ein Weilchen und lernen Mona und Lisa, ihre beiden Katzen, kennen. Mittlerweile ist es halb zwölf. Vom Lagerhaus holen wir uns eine Leberkäs- und eine Schnitzelsemmel und stärken uns damit auf der Fahrt nach Arbesbach. Horst und Anne freuen sich uns zu sehen und wieder wird ein bisschen geplaudert. Weiter geht es Richtung Zwettl. Trude ist leider nicht zu Hause, aber Helga treffen wir an. Sie möchte uns gerne einladen, nach einem kurzen Plauscherl fahren wir aber weiter, sonst schaffen wir heute nicht mehr alle. Schwarzenau ist dran. Ernst treffen wir nicht an, aber Monikas Gesicht strahlt richtig, wie sie mich sieht. Auch ihre Einladung müssen wir leider ablehnen. Zu Herta gehe ich kurz hinein. Sie ist gestern vom Spital nach Hause gekommen und trotz Spaltgips guter Dinge.

Ab nach Schacherdorf. Hedwig ist angenehm überrascht. Nach ein paar netten Worten, geht es weiter nach Vitis. Helgard ist nicht da, aber Irmgard kommt zum Fenster. Sie ist ausnahmsweise einmal vom Spital zu Hause, muss aber demnächst wieder hin. Sie freut sich auf Bridge im Sommer. In Jetzles nimmt Regina das Poster für Manfred entgegen. Und weiter geht es nach Waidhofen. Werner hat einen großen Postkasten und für Christian geben wir das Poster in der Gemeinde ab. Jetzt ist Franz an der Reihe. Bei ihm müssen wir ein Achterl trinken und ein bisschen plaudern. Auch die Steurers sind zu Hause. Mittlerweile ist die Sonne heraus gekommen und wir unterhalten uns ein Weilchen im Garten. Danach geht es zu Valerie. Sie braucht ein paar Sekunden bis sie mich erkennt und hat eine tolle Neuigkeit: Valerie hat sich das Rauchen abgewöhnt.

Nächste Station Thaya. Marias Mann Erich empfängt mich mit den Worten: „Seit wann bist du erblondet?“. Und auch Maria freut sich ehrlich uns zu sehen.

Weiter geht es nach Karlstein. Gerhard ist leider nicht zu Hause. Später sehen wir in zufällig auf der Straße und plaudern kurz. Inge ist noch im Büro, daher treffen wir sie nicht an, dafür telefonieren wir miteinander. Und auch Werner ist noch im Büro in Karlstein, da ersparen wir uns die Fahrt nach Gr. Siegharts. Er war ausnahmsweise kurz sprachlos uns zu sehen.

Jetzt geht es zu Gisi. Wir schaffen es, ihr Haus ohne Navi zu finden. Sie empfängt uns ganz herzlich und wir trinken ein Schnapserl zusammen. Peter bekommt Wasser. Auch ihr Sohn setzt sich für ein Weilchen zu uns. Und Gisi verrät uns, dass es sehr schwierig ist, Irmis Haus, unsere letzte Station, zu finden. Es hat zwar ein bisschen gedauert, aber wir finden die Schandachenstraße in, oder besser gesagt außerhalb von Litschau. Irmi ist da und nicht überrascht. Gisi hat uns bereits angekündigt.

So alles erledigt, ab nach Hause. Morgen geht es noch zu unseren Nachbarn, den Hillingers und Ulli und Thomas treffen wir am Teich. Für Wien, Stetteldorf, Aggsbach, Linz und Freistadt nehmen wir die Hilfe der Briefträger in Anspruch.

Um 18.30 Uhr haben wir es geschafft. Hundemüde, aber total glücklich. So viele freundliche Gesichter haben wir schon lange nicht gesehen. Und so viele nette Worte, auch über Whats-App, haben wir auch schon lange nicht gehört. DANKE!